Heimatprimiz von Pater Aelred Kuhbandner OCist

Thomas Kuhbandner feierte seine Heimatprimiz
in unserer Pfarrkirche St. Michael

Nachdem der ehemalige Weddinghofer Thomas Kuhbandner am 12. Juni als Pater Aelred von Kardinal Woelki im Kölner Dom zum Priester geweiht wurde und er zwei Tage später im Kloster Langwaden seine Primiz gefeiert hatte, läuteten am 28. Juni die Glocken der katholischen Pfarrkirche von St. Michael zur Feier der Heimatprimiz des Neupriesters. „Ich hatte schon befürchtet, dass mich hier keiner mehr kennt“, waren Pater Aelreds große Bedenken. Lebt Pater Aelred doch schon seit elf Jahren als Zisterzienserbruder im Kloster Langwaden bei Neuss im Rheinland. Hier legte er 2012 die ewige Profess als Mönch ab und wurde ein Jahr später auch zum Diakon geweiht. Doch Pater Aelreds Bedenken wurden am Sonntagmorgen schnell zerstreut, als sich die Pfarrkirche in Weddinghofen schnell bis auf den letzten Platz füllte. Zusammen mit Pastor Thorsten Neudenberger, Pfarrer i.R. Ulf Doppelfeld, Pastor Sebastian Zimmert und Diakon Andreas Hintermüller feierte Pater Aelred seine feierliche Heimatprimiz im „Weinberg Gottes“, wie es Pastor Neudenberger formulierte. Viele Jahre zuvor wollte Thomas Kuhbandner eigentlich Geologe werden, doch die absehbare Entwicklung im Kohlebergbau ließ ihn über seine Bestimmung neu nachdenken. So entschloss er sich also, ein Theologiestudium zu beginnen - und musste dabei so manch einen Stein aus dem Weg räumen, den ihm andere dorthin gelegt hatten. Im Kloster Langwaden hatte Thomas Kuhbandner dann seine Heimat und Zukunft gefunden.

In seiner Predigt freute sich Pfarrer i.R. Ulf Doppelfeld, dass es endlich mal wieder einen Priesterzuwachs aus eigenen Landen zu verzeichnen gibt. Über die Gründe, warum es mit dem Priesterberuf so steil bergab geht, konnte Doppelfeld, als alter Wegbegleiter Aelreds,  natürlich nur spekulieren: Ist es das Zölibat? Ist es die zunehmende Überlastung der Priester durch immer mehr Arbeit? Oder ist es die Fremdbestimmung des einzelnen Priesters durch die höheren Hierarchien? Pater Aelred ist mit seiner Entscheidung, ins Kloster zu gehen, jedoch mehr als zufrieden. „Durch meine acht Mitbrüder bin ich nie allein, wie es ein Gemeindepfarrer ja ist - und ich habe immer genügend Ratgeber, an die ich mich vertrauensvoll wenden kann.“ Pater Aelreds Namenswahl hat somit auch mit der ehrlichen Freundschaft zu tun, die den Zisterzienserorden auszeichnet. So hat ihn doch ganz besonders eine Schrift über die Freundschaft beeindruckt, die von Aelred von Rievaulx, einem der bedeutendsten Mönche der ersten Generation des Zisterzienser-Ordens, im zwölften Jahrhundert verfasst wurde. Die Freundschaft der Weddinghofer Gemeindemitglieder gegenüber Pater Aelred äußerte sich zum Schluss der Messfeier besonders darin, dass viele von ihnen natürlich auch den Primizsegen von Pater Aelred empfangen wollten. Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim gab es zudem reichlich Gelegenheit, noch einmal die alten Erinnerungen auszutauschen.