Ein guter Mitbruder sein

Text u. Foto: Sharin Leitheiser, Westf. Anzeiger

Hochamt zum Goldenen Priesterjubiläum von Paul Chmielecki

Ein halbes Jahrhundert im Dienste Gottes stehen – für Pfarrer i.R. Paul Chmielecki ist das seit kurzem ein wahrgewordener Lebenstraum.
Zur Feier seines Goldenen Priesterjubiläums am Ostermontag waren die Kirchenbänke in St. Michael bis auf den letzten Platz besetzt. Sichtlich gerührt war der Geistliche auch von all den Glückwünschen, Danksagungen und Geschenken, die ihn beim anschließenden Empfang im Pfarrheim erreichten. „Mein Ziel war es immer, ein guter Mitbruder für die Menschen in der Gemeinde zu sein“, so Chmielecki bescheiden, „aber mit so vielen Menschen hätte ich heute nicht gerechnet.“ Bei Kaffee, Kuchen und Suppe konnte er mit seinen Gästen, ehemaligen Messdienern und alten Freunden Erinnerungen austauschen.
20 aktive Priester-Jahre verbrachte der in Polen geborene Geistliche in Bergkamen. Heute lebt er in Dortmund, kehrt jedoch immer wieder gern zurück. „Ich bin zwar im Ruhestand, versuche aber nach wie vor, so oft wie möglich am Altar zu stehen“, erzählte er.
Priester zu sein, Menschen in Not zu helfen und Kranke zu trösten betrachtet Chmielecki als seine Lebensaufgabe. Da scheint es kaum verwunderlich, wie liebevoll das Gemeinde-Team von St. Michael das ihm gewidmete Dankhochamt gestaltet hatte. Pastor Thorsten Neudenberger, Leiter des Pastoralverbundes, lobte die Arbeit der Organisatoren aus Kirchenvorstand und Gemeindeausschuss. „Als kleine Überraschungen haben sogar ehemalige Messdiener von Herrn Chmielecki den heutigen Ministrantendienst übernommen.“ Patricia Skolik habe dem geehrten Geistlichen zudem ein Ständchen gewidmet und „Halleluja“ von Cohen gesungen. „Ich könnte mir keine gelungenere Messe vorstellen“, zog Neudenberger Bilanz.
Seine Geldgeschenke und Spenden aus der Messe möchte Priester Chmielecki einem ganz besonderen Herzensprojekt zukommen lassen: Einem Kinderheim für mehrfach Behinderte im polnischen Ort Ludwigsdorf. „Mit diesem Heim verbindet mich sehr viel“, erläuterte Chmielecki, der 1980 selbst aus Polen nach Deutschland kam. „Dieses Jahr fahre ich mit einer Gruppe dorthin und bringe das Geld zu den kranken Kindern.“